Umfrage des KRat 2005
Der KRat hat im SoSe 2005 eine Umfrage unter den Kollis gemacht.
Es ging vor allem um die Frage, ob sich die Erwartungen (Wünsche), die sich mit dem Eintritt ins OS verbanden, erfüllt haben, oder nicht.
Bei der Erhebung der Erwartungen waren die drei ersten Hits unter acht möglichen Antworten:
64,7 % "größere Auswahl der Studienfächer"
54,6 % "mehr Selbständigkeit"
49,3 % "freies Lernen".
Erstaunlich bei dieser Wahl erscheint demgegenüber der am wenigsten angekreuzte Aspekt "Mitgestaltung des Unterrichts" mit nur 35,7 %. Was also haben die Neukollegiaten unter Selbständigkeit und freiem Lernen verstanden - wenn es nicht die Mitgestaltung des Unterrichts war? Lernen statt Unterricht vielleicht? (vielleicht nicht verkehrt ;-)
Zur Erfüllung/Nichterfüllung der Erwartungen ergab sich folgendes Bild:
"mehr Selbständigkeit": 38 % überwiegend ja; 28 % zum größten Teil ja
Kritik, die abgefragt wurde, hatte unter 13 Möglichkeiten zum Ankreuzen als Haupttreffer:
66,7 % "Lehrende, die das Konzept nicht verstanden haben",
51,3 % "zu viele Lernnachweise in kurzer Zeit" und
47,8 % "zu viele Hausaufgaben".
Mit nur 0,5 % bildete "Überlastung durch zu viel Unterricht" in der Kritik das Schlußlicht.
Darf man daraus schlußfolgern, daß Lernen hauptsächlich selbständig außerhalb des Unterrichts erfolgte, aber zu viel davon durch Prüfungen/Tests/Hausaufgaben/Hausarbeiten etc. nachzuweisen war?
Wie ist das zu verstehen: Einerseits wollen die Schüler selbständig lernen - andererseits ist es ihnen "zu viel" geworden. Selbständig lernen ist in der Praxis der Schule offenbar Lernen in individuell zu fertigenden "Hausaufgaben" (selbst lesen, alleine arbeiten, Stoff bimsen etc.) ohne Lehrerbegleitung, weil nicht im Unterricht.
Nun könnte man sich unter dem vagen Begriff "Selbständig lernen" vielleicht auch vorstellen, daß damit eigentlich "Selbstbestimmt lernen" gemeint war? Das würde dann etwas anderes bedeuten, nämlich: Ich will lernen, was mich interessiert. Das würde mitnichten bedeuten: Ich will für mich alleine und ohne Hilfe lernen.
Ich jedenfalls lerne am liebsten das, was mich interessiert; ich möchte die Fragen, die sich mir aufdrängen, beantworten. Dazu bin ich bereit, zu ackern wie nicht gescheit. Andererseits liebe ich es, mit diesen Fragen nicht alleine zu sein. Am liebsten lerne ich im Austausch und in der Kommunikation mit anderen, die die gleichen Fragen haben. Herrlich! Nie käme ich, wenn solche Prozesse in Gang sind, auf die Idee, mich darüber zu beschweren, es wäre mir zu viel.
Es ging vor allem um die Frage, ob sich die Erwartungen (Wünsche), die sich mit dem Eintritt ins OS verbanden, erfüllt haben, oder nicht.
Bei der Erhebung der Erwartungen waren die drei ersten Hits unter acht möglichen Antworten:
64,7 % "größere Auswahl der Studienfächer"
54,6 % "mehr Selbständigkeit"
49,3 % "freies Lernen".
Erstaunlich bei dieser Wahl erscheint demgegenüber der am wenigsten angekreuzte Aspekt "Mitgestaltung des Unterrichts" mit nur 35,7 %. Was also haben die Neukollegiaten unter Selbständigkeit und freiem Lernen verstanden - wenn es nicht die Mitgestaltung des Unterrichts war? Lernen statt Unterricht vielleicht? (vielleicht nicht verkehrt ;-)
Zur Erfüllung/Nichterfüllung der Erwartungen ergab sich folgendes Bild:
"mehr Selbständigkeit": 38 % überwiegend ja; 28 % zum größten Teil ja
Kritik, die abgefragt wurde, hatte unter 13 Möglichkeiten zum Ankreuzen als Haupttreffer:
66,7 % "Lehrende, die das Konzept nicht verstanden haben",
51,3 % "zu viele Lernnachweise in kurzer Zeit" und
47,8 % "zu viele Hausaufgaben".
Mit nur 0,5 % bildete "Überlastung durch zu viel Unterricht" in der Kritik das Schlußlicht.
Darf man daraus schlußfolgern, daß Lernen hauptsächlich selbständig außerhalb des Unterrichts erfolgte, aber zu viel davon durch Prüfungen/Tests/Hausaufgaben/Hausarbeiten etc. nachzuweisen war?
Wie ist das zu verstehen: Einerseits wollen die Schüler selbständig lernen - andererseits ist es ihnen "zu viel" geworden. Selbständig lernen ist in der Praxis der Schule offenbar Lernen in individuell zu fertigenden "Hausaufgaben" (selbst lesen, alleine arbeiten, Stoff bimsen etc.) ohne Lehrerbegleitung, weil nicht im Unterricht.
Nun könnte man sich unter dem vagen Begriff "Selbständig lernen" vielleicht auch vorstellen, daß damit eigentlich "Selbstbestimmt lernen" gemeint war? Das würde dann etwas anderes bedeuten, nämlich: Ich will lernen, was mich interessiert. Das würde mitnichten bedeuten: Ich will für mich alleine und ohne Hilfe lernen.
Ich jedenfalls lerne am liebsten das, was mich interessiert; ich möchte die Fragen, die sich mir aufdrängen, beantworten. Dazu bin ich bereit, zu ackern wie nicht gescheit. Andererseits liebe ich es, mit diesen Fragen nicht alleine zu sein. Am liebsten lerne ich im Austausch und in der Kommunikation mit anderen, die die gleichen Fragen haben. Herrlich! Nie käme ich, wenn solche Prozesse in Gang sind, auf die Idee, mich darüber zu beschweren, es wäre mir zu viel.
Lisa Rosa - 29. Mai, 19:49